Nokia plant eigenen Marktplatz für Content, unter anderem auch für Musik
Nokia ist bekannt für seine Mobiltelefone und hält mit diesen Produkten auch seit einer Weile die Marktführerschaft inne. Apple macht dem finnischen Mobiltelefonhersteller ja seit ein paar Monaten mit dem iPhone Konkurrenz. Nun scheint Nokia zu denken: „Was Apple kann, können wir auch“, und plant einen Online-Marktplatz für Content. Neben Straßenkarten und Reiseführer für seine GPS-fähigen Handys sollen vor allem auch Musik und Spiele vertrieben werden.
Damit bekommt Apple in Sachen iTunes einen weiteren Konkurrenten. Unlängst berichteten wir über den Marktstart von Amazon MP3 und jetzt will auch Nokia Musik zum Download auf Handys aber auch PCs anbieten und damit gegen Apples iTunes antreten. Dafür wurde die Dachmarke OVI geschaffen, was uns auch zu der Überschrift mit der Anspielung auf die einstige Werbung einer Baumarktkette verleitet hat. Ovi ist Finish und bedeutet „Tür“. Zur Vorbereitung für das neue Engagement erwarb Nokia bereits im letzten Jahr für 60 Millionen Euro den Musikanbieter Loudeye und schloss mit Plattenlabels wie EMI, Sony BMG, Warner und Universal entsprechende Verträge ab.
Der Nokia Music Store soll noch diesen Herbst an den Start gehen und unter http://music.nokia.com zu finden sein. Zum Launch sollen rund einer Million Musikstücke feil geboten werden. Leider hat sich Nokia dazu entschlossen, die Musik nur als WMA-File und mit Kopierschutz inklusive DRM zu liefern. Andere Anbieter von Online-Musik wenden sich gerade langsam vom Digital Rights Management ab. Apple verkauft bereits Stücke ohne DRM über iTunes und Amazon will auf seinem Portal erst gar nicht mit DRM anfangen, sondern die Musik direkt frei verkaufen.
Weiteres Manko wird sein, das man ein Guthaben hinterlegen muss, also quasi nur eine Art Prepaidsystem nutzen kann. Nokia hat die Kohle der Kunden dann erst mal im Sack, selbst wenn nicht sofort für den vollen Betrag eingekauft wird. Außerdem kann Musik nur mit einem PC oder einem Nokia-Handy der N-Serie erfolgen. Nutzer anderer Betriebssysteme, beispielsweise Apple-User bleiben ebenso ausgesperrt, wie die Nutzer anderer Mobiltelefonmodelle oder anderer Marken. Neben der Musikplattform soll mit www.n-gage.com auch ein Marktplatz für die Games der gleichnamigen Gaming-Mobiltelefone von Nokia entstehen.
Alles in allem wirkt das Konzept derzeit noch ein wenig unausgegoren. Denn Nokia kommt durch die Beschränkung der möglichen Nutzer/Käufer auf PC-Anwender und Besitzer der Nokia N-Serie etwas arg zugeknöpft daher. Unserer Meinung nach, wird da viel Verkaufspotential verschenkt. Derzeit hat vor allem Amazon die besten Chancen, Apple in Sachen iTunes echte Kopfschmerzen zu bereiten!