Wie es scheint lohnt sich das Geschäft mit Online-Kleinanzeigenseiten derart, das eBay sein Engagement hier deutlich ausbauen möchte. Denn unlängst startete eBay in den US-Metropolen New-York, Chicago und Bosten eine neue Plattform namens Gumtree (Gummibaum).
Wir erinnern uns, das eBay im Frühsommer erst mit Kijiji in den USA an den Start gegangen ist und 220 regionale Seiten etabliert hat. Interessanterweise launchte man Kijiji in den USA sehr spät, denn in Deutschland ging diese Seite bereits 2005 online und auch im restlichen Europa und im Asiatischen Raum ist dieses Anzeigenportal schon gut platziert. Nun darf man sich die Frage stellen, warum eBay sich selbst mit einer weiteren Anzeigen-Webseite selbst Konkurrenz macht.
Gumtree hat seine Wurzeln in England, wo es im Jahr 2000 in London gestartet wurde. In England ist Gumtree Marktführer im Geschäft der Online-Kleinanzeigen. Bereits 2005 wurde Gumtree von eBay aufgekauft und in die „Kijiji-Familie integriert“, wie es auf der Webseite von Gumtree unter dem Punkt „About us“ heißt. eBay hat sich auch in anderen Ländern solche Plattformen zugelegt. In Holland erwarb eBay beispielsweise Marktplaats. Und an „Craiglist“, dem größten Anbieter in den USA, hält eBay eine 25% Beteiligung. Da Gumtree in England so groß ist, hofft eBay wohl, mit den US-Seiten vor allem Briten, aber auch Australier und andere europäische Landsleute anzusprechen, die in den USA leben. Ob Gumtree auch ein weiteren Städten und Regionen Fuß fassen soll, ist nicht bekannt, aber man kann wohl durchaus damit rechnen. New-York, Chicago und Bosten darf man als Pilotversuch betrachten.
Deshalb sieht eBay bei den verschiedenen akquirierten Online-Kleinanzeigendiensten auch keine „hauseigene“ Konkurrenz, denn man wolle mit den verschiedenen Plattformen auch verschiedene Zielgruppen ansprechen. Die Umsatzzahlen, die mit Online-Kleinanzeigenplattformen gemacht oder geplant werden, hat eBay bisher nicht kommuniziert. Marktforscher wie beispielweise E-Marketer sehen hier aber viel Potential. So könnte in den nächsten vier Jahren mit einem Umsatzwachstum auf über 7 Milliarden Dollar gerechnet werden. Wie genau diese Umsätze realisiert werden, ist indes noch nicht genau definiert, denn bisher ist das Schalten von Kleinanzeigen auf diesen Webseiten fast immer kostenlos.