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Jul 24

Unser Senf dazu!… ist es leider nicht! Es gibt mittlerweile wieder Computer, die das berühmte „C=“ Logo tragen und sich “Commodore” nennen. Aber es ist nur ein weiteres Kapitel der von mir schon bedauerten „Leichefledderei berühmter Markennamen“. Abermals erfährt die Marke Commodore eine Reinkarnation, angeblich ist es bereits das neunte (!!!) Mal, das jemand den Firmennamen aus der Mottenkiste holt, um damit Reibach zu machen!

Commodore stand in den frühen 1980er Jahren für den C64, der Computer in die Kinderzimmer und Wohnstuben brachte. Bis dahin waren Computer schrankgroße Anlagen, die in Rechenzentren standen. Der legendäre „Brotkasten“ ebnete nicht nur meiner Meinung nach den Weg für den Siegeszug der „Heimcomputer“ und den Einzug der PCs in fast jeden Haushalt. Viele IT-Profis, die heute Hard- und Software entwickeln, haben auf dem C64 das laufen gelernt und erste Programme in BASIC entwickelt oder gar eigene Hardware zusammen gebrutzelt. Bei mir war der Bau einer externen Schnittstellenkarte sogar Projekt im Informatikunterricht. Und wir haben alles selbst gemacht, bis hin zum Ätzen der Platine. Und ich bin mir sicher, das Microsoft-Boss Bill Gates, heute einer der reichsten Männer der Welt, auch einen C64 hatte, als er noch ein pickliger Streber mit Hornbrille war.

Mit dem Commodore Amiga, vor allem dem Amiga 500 und dem Amiga 2000 führte Commodore dann Ende der 1980er Jahre dann ein Computersystem ein, dass damals schon in Sachen Grafik & Sound den PC im Jahre voraus war. Bunte Grafik und fetter Sound gab es da bereits serienmäßig, wo PCs nur Piepstöne beherrschten und man in Sachen Monitordarstellung die Wahl zwischen „Monochrom“, „Bernstein“ oder „Grün“ hatte. Ok, die weitere Geschichte ist hinlänglich bekannt. Die Nachfolger von Jack Tramiel, dem wir den PET 2001, den VC20 und eben den C64 verdanken, fuhren das Unternehmen Commodore satt an die Wand!

Commodore Gaming - PCs mit dem Commodore-LogoJetzt wird der Markenname Commodore wieder einmal ausgebuddelt und diesem soll der Markenname und das berühmte Commodore-Logo doch auch tatsächliche wieder einen Computer zieren! Allerdings werden wir diesmal nicht revolutionäres oder wenigstens evolutionäres, nichts neues, nichts Ungewöhnliches serviert bekommen. „Commodore Gaming“ ist ein PC-Hersteller, and dem die „Commodore International Corporation“ 49% Anteile hält. Und die neuen Commodore-Computer, die man uns bescheren will, sind einfach nut fett aufgebohrte Gaming-PCs! Details finden Sie beispielsweise hier auf Golem oder auch hier bei PC-Max.



Laute Marketing- und Medienrummel, sollen diese Commodores hochwertige PCs für Computerspiele sein. Auf der Webseite www.commodoregaming.com sind derzeit vier Ausstattungsvarianten zu finden, die von „G“ über „GS“ und „GX“ bis zu „XX“. Die PCs werden als schwarze Kiste geliefert, die man vielleicht als „elegant“ bezeichnen möchte. Ja und dann wäre da noch der Preis, denn die neuen Commodore-Computer sind „verfügbar ab 3.999,00 €“ wie man auf der Webseite liest. Ok, dafür bekommt man echt richtig fette Hardware, vom Intel Core 2 Extreme Quad-Core Prozessor QX6800 bis hin zu 2 x NVIDIA GeForce 8800 ULTRA SLI Grafikkarten.

Aber 4000 Euro!?!?! Das waren mal knapp 8000 DM und der C64 kostete bei seiner Markteinführung 1495 DM, was schon eine oberste Schmerzgrenze war, auch wenn knapp 1500 DM damals mehr Kaufkraft hatten, als das Equivalent in Euro heute. Aber in welches Kinderzimmer-Budget passen heute 4000 Euro? Selbst die Großzügigste Oma hat keinen so tiefen Sparstrumpf. Sprich man könnte diese neuen Commodore-Computer als halbwegs unerschwinglich bezeichnen.

C-Skin - Leichenschändung am C64?Und da die Marketing-Strategen bei Commodore Gaming erkannt haben, das die Zielgruppe, die Zocker-PCs kauf, auch auf Casemodding und „Pimp my PC“ steht, kann man bei der Kiste die schwarzen Deckel gegen farbige oder aufwändig designte Gehäuseteile tauschen. Diese Dinger nennen sich „C-Skins“. Neben vielen bunten Wahlmöglichkeiten, gibt es dabei auch eine Gruppe namens „Classic Commodore“. Und da wagen die es doch glatt, eine Hülle anzubieten, die im Design dem C64 nachempfunden ist. Man wäre ja versucht, von Leichenschändung zu sprechen.

Commodore-PCs bei AlternateDie Commodore-Computer können Sie einmal auf der Webseite www.commodoregaming.com selbst einkaufen. Den Preis von 3.999,00 € kann man durch die Wahl weiterer Komponenten auch durchaus noch steigern. Nimmt man „alles“ inklusive zweiter 22’’ TFT-Monitore, landet man bei 7.058.79 €! Weiterhin sind die Maschinen bisher bei Alternate (www.alternate.de) in Deutschland zu bekommen. Wer so ein Ding braucht meinetwegen. Aber auch wenn Sie dann behaupten, Sie hätten einen Commodore gekauft, Sie haben nur für viel Geld nichts anderes als einen fett ausgestatteten Zocker-PC gekauft!

2 Kommentare to “Die Auferstehung des Commodore C64”

  1. admin Sagt:

    Nachdem ich heute morgen diesen “Senf” fertig geschrieben und publiziert habe, habe ich soeben diesen Beitrag hier entdeckt: http://www.gulli.com/trackback/news/commodore-gs-game-pc-im-2007-07-19/ Dort so schätze ich, sieht man es wohl ähnlich!

  2. DW Sagt:

    Aller Anfang ist schwer , auch der Neuanfang.
    Ich hatte das Glück die Leute von C= Gaming kennen zu lernen “Es waren keine Leichenschänder” , im Gegenteil sie waren sich der C= Tradition und dem Kult um die alten Rechner bewusst und haben viel Engagement in Sachen Retro Commdore gezeigt.
    Natürlich auch im eigenen Interesse aber welche Firma tut das nicht , geht für mich vollkommen OK.Auch Commodore Gaming möchte Gewinne machen.
    Aber so wie ich die Commodore Leute kennengelernt habe war da schon ein sehr großes Stück Herz mit dabei.Waren echte C= Fans die Jungs !
    Natürlich würde ich mir auch ne echte Commodore Neuentwicklung wünschen aber ich denke der Zug ist abgefahren , die Anforderungen heutiger Rechner sind einfach zu hoch das man sich da was in der Garage zusammen braten könnte.

    gruß DW
    steh euch gerne für Fragen oder nen Kontakt zu verfügung

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