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Jun 30

Unser Senf dazu!Zugegeben, die jüngeren Leser werden jetzt nicht ganz mitkommen, wenn ich frage: Kennen Sie noch den Atari 600XL oder 800 XL? Nicht! Vielleicht den Atari XL oder XE? Auch nicht! Wie wäre es denn mit dem Atari 520 ST und seine größeren Brüder? Wer jetzt nur Bahnhof versteht, der ist nicht, wie ich mit dem Commodore C64 und eben auch den ganzen Atari Homecomputern aufgewachsen, sondern hat seine ersten digitalen Gehversuche vermutlich auf einem 486er oder einem der erste Pentium-Rechner gemacht. Atari gibt es noch … leider, ich bin heute im WWW darüber “gestoplert”!

Atari Shop keine Spur der einstigen HardwareWo die einst legendären Computer schon längst den Weg alles Irdischen gegangen sind, da hat alleine der Markenname überlebt! Denn wenn man heute die Webseite www.atari.de aufmacht, dann landet man in einem Online-Shop für Computerspiele! Keine Hardware mehr, nur Games für Konsolen oder PCs. Ok, zugegeben, wir haben unsere Ataris, Commodores oder auch Amstrads und Texas Instruments auch zum spielen benutzt. Zugegeben es gab auch tolle Spiele, aber wir haben mit den Dingern auch richtig programmiert, ja sogar selbst Erweiterungen dafür zusammen gelötet. Und eine Schnittstelle für Fischertechnik ermöglicht die Fernsteuerung und Programmierung von selbst entworfenen Maschinen.

In Sachen Computer waren die 80er Jahre die Pionierzeit und der Commodore C64 und die vielen anderen Heimcomputer haben dem PC erst den Weg geebnet und ihm den Zugang zum privaten Haushalt geöffnet. Die sicher bekanntesten und wichtigsten Firmen dieser Pionierzeit waren Atari und Commodore, die Ihre Rechnerchen in Massen verkauften und damit Kinder- und Jugendzimmer eroberten. Damals hatten Computer noch 8 Bit, nicht selten dienten spezielle Kassettenlaufwerke als Massenspeicher und wer Anfang der 80er die sündhaftteure Floppy-Disk passend zum C64 sein Eigen nannte, war der König unter den Commodore-Besitzern. In Sachen Drucker jaulten im heimischen Kinderzimmer bald Nadeldrucker und die ersten Online-Gehversuche erfolgten mit Akustikkopplern, auf die man einen Telefonhörer quetschte um dann sogenannte Mailboxen (nein kein Handy-Anrufbeantworter!!!!) direkt anzuwählen und sich mit Muttern oder dem Schwesterlein um die Nutzung des Telefons zu streiten!

Und als Anfang der 90er Jahre dann der PC seinen Siegeszug begann, gerieten die Heimcomputer langsam in Vergessenheit und verschwanden von der Bildfläche. Der Commodore Amiga hätte die Chance gehabt, mit den PCs mitzuhalten, denn er beherrschte schon Farbgrafik und Sound, als PCs nicht viel mehr als Pieptöne von sich gaben und man noch die Wahl zwischen “Grün” oder “Bernstein” hatte, wenn es um den Monitor ging. Doch Commodore hat die Sache durch verbockte Firmenpolitik in den Sand gesetzt und als die Marke Commodore damals an Escom verscherbelt wurde, war das Schicksal besiegelt. Auch Atari ging es kaum anders.



Commodoreworld als Grabmal für den C64?Heute wird mit den einstigen Marken, die für innovative Computertechnik für den Hausgebrauch standen, Leichenfledderei betrieben. Der Name Atari und auch das Logo zieren heute den besagten Onlien-Shop und sollen Kunden locken, aber von dem für das Atari einst gestanden hat, ist nichts mehr übrig und auch auf der Webseite findet man keinen Blick in die Vergangenheit. Und was vom einstigen Heimcomputer-Pionier Commodore erhalten geblieben ist können Sie auf www.commodoreworld.com bestaunen, oder besser betrauern. Ein paar Multimedia-Spielsachen, die sich “Gravel” (übersetzt “Kieselstein”) nennen und eine Art Musikportal sind die wesentlichen Dinge. Auch hier keine Spur vom einstigen Hardware-Angebot.

Andreas LergJa ja, liebe Altersgenossen und -genossinnen, die 80er sind lange vorbei und viele der Ikonen dieser Pionierzeit in Sachen EDV (wie damals IT noch genannt wurde) sind lange schon in der Versenkung verschwunden. ABER, es gibt einige Seiten im Internet, die diesen Heimcomputern ein Denkmal in der Gestalt virtueller Museen gesetzt haben. Hier einige der interessantesten:

http://www.atari-computermuseum.de/atariindex.htm Das Atari-Museum

http://www.classic-computing.de Verein zum Erhalt klassischer Computer

http://www.zock.com Das 8-Bit-Nirvana

http://www.8bit-museum.de Das 8-Bit-Museum

http://www.homecomputermuseum.de Das Homecomputermuseum

http://www.computer-archiv.de Das Computerarchiv sammelt zu unzähligen Rechnern Informationen

Und wer sich intensiver über die Computer dieser 8-Bit-Ära informieren möchte, der findet in Wikipedia wirklich tonnenweise Material und Links! Beispielsweise hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_64 Und übrigens, meinen Commodore C64 habe ich noch! Er ruht zwar friedlich in der Originalverpackung inklusive Datasette und Floppy-Drive im Keller, aber er funktioniert noch … hoffe ich!

Ein Kommentar to “Atari - Online-Gameshop ODER Leichenfledderei eines einst großen Markennamens”

  1. Die Auferstehung des Commodore C64 | Shop-und-Service Sagt:

    […] nennen. Aber es ist nur ein weiteres Kapitel der von mir schon bedauerten „Leichefledderei berühmter Markennamen“. Abermals erfährt die Marke Commodore eine Reinkarnation, angeblich ist es bereits das neunte […]

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